Okay, nun mit Stufe 74 komme ich endlich mal dazu, ein kleines Review über das zweite WoW-AddOn zu schreiben. Ob dieser Bericht wirklich objektiv ist, kann ich nicht sagen, da die Expansion absolut genial geworden ist.
Am ersten Tag war natürlich schon gleich jede Menge los und Massen von Spielern stürmten in die beiden Startgebiete. Ich habe mich nicht wie ca. 60% der Spieler entschlossen, direkt von Stormwind in die karge Boreanische Tundra zu fahren, sondern bin nach Menethil geflogen und habe in der felsigen, grünen Klippenlandschaft des Heulenden Fjords losgelegt. Natürlich war auch hier jede Menge los, Stau und Monstercampen wie zu Anfang von Burning Crusade gab es aber fast gar nicht. Die Respawnzeiten waren quasi instant, und ich sah mich oftmals von 3 Monstern umringt, obwohl zig andere Spieler auch um mich herumwuselten.

Bei Burning Crusade gab es zwei wesentliche Kritikpunkte, die vielen Spielern ein Dorn im Auge waren: Zuerst einmal waren die Quests viel zu wenig “episch” - mankam hinein und sollte Fleisch von Höllenebern sammeln, o.Ä. Der zweite Punkt war das schon seit jeher gleich ablaufende Quest-Schema: “Töte X Monster von dieser Sorte, sammle X Gegenstände davon.”
In WotLK, muss ich sagen, wurden beide Punkte sehr gut gelöst. Im Fjord trifft man gleich zu Anfang auf den Krieg mit der nordischen “Wikinger”-Rasse, den Vrykul, in der boreanischen Tundra belagert die Geißel die Festung. Schon nach wenigen Quests trifft man auch schon auf den Lichkönig, der einen wesentlichen Teil des Spiels ausmacht, und in fast jeder Zone 1-2 drin vorkommt.
Aber nicht nur storytechnisch, sondern auch spielerisch sind die Quests spannender: Natürlich gibt es immer noch die Monster-Killquests, aber sie sind oft mit anderen Quests gekoppelt, so dass sie eher nebenbei erledigt werden. Ungefähr jede zehnte Quest greift auch auf das neue Vehicle-Combat-System zurück. So soll man beispielsweise mit einer Harpune von einer Klippenwand aus Häuser tief unten zerstören und dabei sich selbst gegen angreifende Drachen verteidigen oder einen Dampfpanzer fahren, der einen Zwerg am Geschütz und einen Gnom im Laderaum hat, der feindliche Belagerungswaffen demontiert.

Gelegentlich kommt auch das neue Phasing zum Tragen: Darunter versteht man verschiedene “Ebenen” oder Instanzen in der richtigen Spielwelt, in der man nur Spieler sieht, die den gleichen Story-Fortschritt haben. So kann nach einem Krieg in einer Quest ein Lager auch wirklich zerstört sein, während zur gleichen Zeit andere Spieler erst die Vorbereitungen für den Angriff erledigen.
Zur Spielwelt und Atmosphäre kann man nicht viel sagen, da hat Blizzard meiner Meinung schon immer einen guten Job getan. Abwechslungsreiche Gebiete (wie z.B. Tundra, Schneelandschaften, dichte Wälder oder das tropische Sholazarbecken) und eine gute Mischung von lustigen und ernsten Quests.
Da gibt es zum Beispiel die Quest, in der man erlebt, wie Arthas und Muradin das legendäre Schwert Frostmourne finden, aber auch eine eher ungewöhnliche Quest: Da steht z.B. ein Eimer voller leckerer Tannenzapfen, die der Spieler gleich mal verspeist, nur um dann zu erfahren, dass diese Vorräte überlebenswichtig für die Trapper dort sind. Was muss also getan werden? Die Zapfen müssen wieder raus! Nachdem man also Kräuter für ein Abführmittel gesammelt hat, begibt man sich auf das stille Örtchen und “erledigt seine Pflicht”.

Gut gemacht ist auch, dass man viele alte bekannte Charaktere von Classic-WoW wiedertrifft. So gibt Chromie, die Gnomin aus Andorhal, eine Quest, bei der man mit seinem Ich aus der Zukunft den Anführer des ewigen Drachenschwarms herausfinden soll. Oder man trifft auf Gryan Stoutmantle, der damals in Westfall die Defias bekämpft hat, und sich noch gut erinnert, wie er dir den Stab (oder war es die Robe?) überreicht hat.

Nun mal zum letzten Teil meiner Lobeshymne, Dalaran: Die neue neutrale Hauptstadt in Northrend ist meiner Meinung nach die bisher bestdesignteste Stadt überhaupt. Gegenüber dem weitläufigen Shattrath kommt bei der kleinen, fliegenden Magierstadt ein richtiges Städte-Feeling auf. Überall stehen Leute herum (und damit meine ich NPCs und Spieler) - viele Spieler angeln auch in dem Glücksbrunnen von Dalaran. Es gibt jede Menge Händler und Geschäfte, die alle in eigenem Stil gehalten sind, darunter auch ein Tierheim. Auch ein positiver Punkt ist, dass man in der Stadt kein Flugmount benutzen kann - dafür gibt es eine extra Lande- und Startplattform.

Alles in allem ist das AddOn zweifellos gelungen und die Quests machen sogar mir, dem Level- und Farmhasser, Spaß. Im Endgame-Content sieht es für mich nicht so positiv aus, da ich ja weder von Raiden noch von Arena angetan bin, aber das betrifft wohl nur mich individuell. Und allgemein wird WoW nach fast vier Jahren sowieso langweilig. Aber eines steht fest: Bis Stufe 80 bin ich auf jeden Fall noch dabei! (Und mein 3-Monats-Abo läuft eh noch bis Februar)
Hier noch für Elcottleto mein Interface :P
